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Kopfläuse sind auf dem Vormarsch

Der Kopflausbefall hat in Deutschland in den vergangenen Jahren zugenommen und liegt derzeit höher als in den 1960er-Jahren. Auffällig ist besonders der sprunghafte Anstieg des Bedarfs an Mitteln gegen Läuse nach den Sommerferien und in den Wintermonaten. Dabei gibt es keine gleichmäßige Ausbreitung über die Fläche, sondern es entstehen immer wieder neue regionale Häufungen.

Zwar gibt es keine personenbezogene Meldepflicht, die eine zuverlässige Einschätzung der Situation ermöglichen würde, aber Einzelbefragungen, wie z. B. an einer Düsseldorfer Grundschule, ergaben, dass fast 85 % der Schüler bereits einmal von Kopfläusen befallen waren. In vielen Schulen und Kindergärten sind Kopfläuse ständige „Gäste“. Teilweise wird von regelrechten „Invasionen“ gesprochen. Auf jeden Fall ist seit 25 Jahren ein Trend zu beobachten, dass weltweit der Kopflausbefall dramatisch zunimmt. Dies gilt auch für westliche Industrienationen mit hohem Hygienestandard.

Parasitologen gehen davon aus, dass ein wichtiger Grund für die Ausbreitung in der unsachgemäßen Gegenwehr liegt. So schicken Kindergärtner und Lehrer ein Kind, das sich auffällig am Kopf kratzt, zur Behandlung nach Hause. Häufig wird aber übersehen, dass fast immer weitere Kinder befallen sind, die noch keine Symptome zeigen. So können sich die Läuse dann ungehindert ausbreiten. Auch die Scham der Eltern spielt eine wichtige Rolle, weil sie den Befall immer noch – zu Unrecht – als Zeichen mangelnder Hygiene ansehen. Den Läusen ist die Reinlichkeit ihres Wirts jedoch völlig egal. Sie haben sich im Laufe der Evolution hervorragend an die Lebensbedingungen auf dem menschlichen Kopf angepasst.