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Das Herz

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Das Herz: Schlag auf Schlag am Puls des Lebens

Rund 100.000 mal am Tag schlägt unser Herz und pumpt dabei etwa 10.000 Liter Blut durch unseren Körper - tagaus, tagein, an jedem Tag unseres Lebens. Eine unglaubliche Vorstellung, vor allem, wenn man bedenkt, dass dieses völlig automatisch ohne sichtbaren Antrieb geschieht. Aber was passiert da eigentlich genau?
Unser Kreislauf ist wie eine Straße in Form einer Acht.

Wenn Sie sich unseren Blutkreislauf wie eine Straße in Achtform vorstellen, dann liegt das Herz, der wichtigste Muskel in unserem Körper, in der Kreuzung. Mit ihm als Pumpe wird das Blut dann über die "Verkehrsadern", die Blutgefäße, durch den gesamten Körper transportiert. Und das funktioniert so:

Das Herz wird vom Herzbeutel umschlossen und durch eine muskulöse Scheidewand der Länge nach in eine rechte und eine linke Hälfte geteilt. Dabei untergliedert sich jede Hälfte in einen oberen Teil, den Vorhof, und einen unteren Teil, die Herzkammer. Diese vier Abschnitte sind durch besondere "Türen" miteinander verbunden, die Herzklappen. Sie funktionieren wie Ventile und sind so für die Strömung des Blutes in eine Richtung verantwortlich.

Das Herz pumpt durch die rechte Herzkammer das aus dem Körper zurückfließende, verbrauchte und sauerstoffarme Blut in die Lunge. Dort nimmt das Blut dann den Sauerstoff aus der eingeatmeten Luft auf und kehrt zum linken Teil des Herzens zurück. Das sauerstoffreiche Blut wird jetzt über die Hauptschlagader (Aorta) in den Körperkreislauf gepumpt. Von der Hauptschlagader aus verteilen sich dabei die Schlagadern (Arterien) in die verschiedenen Gefäßgebiete und versorgen so die unterschiedlichen Organe mit sauerstoffreichem Blut. Das verbrauchte und sauerstoffarme Blut fließt wiederum über die Blutadern (Venen) zum rechten Herzvorhof zurück. Dort beginnt der Kreislauf wieder von vorn. Für die Versorgung des Herzens selbst mit sauerstoffreichem Blut sind übrigens die Herzkranzgefäße zuständig. Die Schlagadern, die diese Funktion übernehmen, nennt man Herzkranzschlagadern oder Koronararterien.

Wie funktioniert das Herz an sich?

Das Herz arbeitet als rhythmische Pumpe. Jedes Zusammenziehen des Herzmuskels bezeichnet man dabei als Systole und jede Erholungsphase bzw. Erschlaffung als Diastole. Der Impulsgeber für das regelmäßige Pumpen ist der sogenannte Sinusknoten. Dieser gibt messbare elektrische Impulse ab, die über ein spezielles Leitungssystem alle Teile des Herzens erreichen und dafür sorgen, dass diese in richtiger Koordination zusammenarbeiten. Mit Hilfe des Elektrokardiogramms (EKG) lässt sich diese Funktion überprüfen.

Von der Zahl der Impulse, die der Sinusknoten abgibt, ist auch die Pulsschlagzahl abhängig. Jeder Pumpvorgang des Herzens löst eine Druckwelle im Körper aus, die man als Puls an den Schlagadern - insbesondere am Handgelenk oder an der Halsschlagader - ertasten kann. Bei Erwachsenen schlägt das Herz im Durchschnitt 60-80 mal pro Minute, bei Kindern häufiger. Für die Gesamtarbeit des Herzens ist es aber nicht nur wichtig, wie häufig es schlägt bzw. wieviel Blut es pumpt, sondern auch mit welchem Druck das Blut durch die Adern pulsiert. Dies ist der sogenannte Blutdruck.

Um hierüber genauen Aufschluss zu erhalten, prüft der Arzt beim Blutdruckmessen immer zwei Werte, den "oberen" und den "unteren". Der höchste Druck wird während des Zusammenziehens des Herzens, der Systole, erreicht. Denn wenn das Herz pumpt, drückt es mehr Blut in den Kreislauf und der Blutdruck steigt an. Dieser "obere" Druck wird deshalb auch als systolischer Blutdruck bezeichnet. In der Erschlaffungsphase, der Diastole, fällt der Druck wieder ab. Dieser "untere" Wert heißt dementsprechend diastolischer Blutdruck.